Wie viele Saiten hat eine Gitarre? Der große Überblick

Gerold Marquardt

Gerold Marquardt

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29. Oktober 2026

Nahaufnahme einer Gitarre. Man sieht die Saiten und das Griffbrett. Wie viele Saiten hat eine Gitarre? Diese hier hat sechs.

Wer zum ersten Mal eine Gitarre in der Hand hält, zählt meist schnell nach und fragt sich, ob es bei allen Modellen gleich ist. Eine gewöhnliche Gitarre hat sechs Saiten, doch es gibt wichtige Ausnahmen wie zwölf-, sieben- oder achtsaitige Instrumente. Ich zeige, welche Varianten es gibt, wie die Saiten gestimmt sind und welche Gitarre sich für welchen Zweck eignet.

Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick

  • 6 Saiten hat die klassische, akustische und elektrische Standardgitarre.
  • Die übliche Stimmung lautet von der dicksten zur dünnsten Saite E-A-D-G-H-e.
  • Eine 12-saitige Gitarre besitzt sechs Saitenpaare und klingt voller und brillanter.
  • 7- und 8-saitige Gitarren erweitern vor allem den tiefen Tonumfang.
  • Die Saitenzahl allein bestimmt nicht die Qualität, sondern vor allem Einsatzbereich, Spielgefühl und Klang.

Die Standardgitarre hat sechs Saiten

Die kurze Antwort auf die Frage, wie viele Saiten eine Gitarre hat, lautet sechs. Das gilt normalerweise für Konzertgitarren mit Nylonsaiten, Westerngitarren mit Stahlsaiten und E-Gitarren. Auch Gitarren für Anfänger folgen fast immer diesem Aufbau, weil sich damit eine große Zahl an Akkorden, Tonleitern und Spieltechniken abdecken lässt.

Gezählt wird von der dünnsten und höchsten Saite zur dicksten und tiefsten Saite. Die hohe e-Saite ist also die erste Saite, während die tiefe E-Saite als sechste Saite bezeichnet wird. Diese Zählweise wirkt anfangs etwas unlogisch, wird im Unterricht und in Tabulaturen aber durchgehend verwendet.

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Die sechs Saiten in der Standardstimmung

Saite Ton Funktion
6 tiefes E tiefster Grundton und Bassbereich
5 A kräftige Bassnote und wichtige Akkordwurzel
4 D unterer Mittelbereich
3 G Übergang zwischen Bass und Melodie
2 H hoher Mittelbereich
1 hohes e höchster Standardton

Ich empfehle Einsteigern, sich diese Reihenfolge früh einzuprägen. Sie erleichtert das Stimmen, das Lesen von Tabs und das Verständnis von Akkordgriffen deutlich mehr, als viele am Anfang vermuten.

Warum gerade sechs Saiten üblich sind

Sechs Saiten bieten einen guten Kompromiss zwischen Tonumfang, Greifbarkeit und musikalischer Vielseitigkeit. Die Gitarre kann damit tiefe Begleittöne, volle Akkorde und hohe Melodien spielen, ohne dass der Hals übermäßig breit oder das Instrument unnötig schwer wird.

Die Standardstimmung ist außerdem praktisch aufgebaut. Zwischen den meisten benachbarten Saiten liegt der Abstand einer reinen Quarte, nur zwischen G- und H-Saite liegt eine große Terz. Dadurch lassen sich viele Akkordformen und Tonleitern mit ähnlichen Griffmustern spielen.

In der Praxis zählt für mich nicht nur die Zahl der Saiten, sondern auch deren Material. Eine Konzertgitarre verwendet meist Nylonsaiten und fühlt sich an den Fingern weicher an. Eine Westerngitarre und eine E-Gitarre haben meist Stahlsaiten, wobei die Westerngitarre durch ihren Korpus akustisch laut wird und die E-Gitarre ihre Schwingung über Tonabnehmer weitergibt.

Zwölfsaitige Gitarren klingen breiter

Eine zwölfsaitige Gitarre hat nicht zwölf völlig unterschiedliche Töne. Sie besitzt sechs Saitenpaare, die gemeinsam angeschlagen werden. Bei den vier tiefen Saiten ist die zusätzliche Saite meist oktaviert, während die beiden hohen Paare gleich oder sehr ähnlich gestimmt sind.

Der Effekt ist ein schimmernder, voller Klang. Gerade bei offenen Akkorden und rhythmischer Begleitung entsteht ein deutlich breiteres Klangbild als bei einer sechssaitigen Gitarre. Ich finde diesen Charakter besonders stark bei Folk, Pop und Balladen, weniger praktisch ist er bei komplizierten Bendings oder sehr schnellen Soli.

Der zusätzliche Klang hat seinen Preis. Zwölfsaitige Modelle benötigen mehr Sorgfalt beim Stimmen und erzeugen eine höhere Gesamtbelastung für Hals und Decke. Für Anfänger ist eine sechssaitige Gitarre deshalb meist die bessere erste Wahl, weil sie übersichtlicher zu greifen und leichter zu pflegen ist.

Sieben- und achtsaitige Gitarren für mehr Tiefe

Sieben- und achtsaitige Gitarren ergänzen die klassische Stimmung meist um eine oder mehrere tiefe Saiten. Dadurch lassen sich sehr tiefe Riffs spielen, ohne die normale Lage der übrigen sechs Saiten vollständig zu verändern. Besonders verbreitet sind solche Instrumente in Metal, moderner Rockmusik und experimenteller Musik.

Gitarrentyp Saitenzahl Typischer Vorteil
Standardgitarre 6 vielseitig und für Einsteiger am übersichtlichsten
Zwölfsaitige Gitarre 12 breiter, brillanter Begleitklang
Siebensaitige E-Gitarre 7 zusätzlicher tiefer Tonbereich bei bekannten Griffmustern
Achtsaitige E-Gitarre 8 besonders großer Tonumfang für tiefe Riffs und moderne Sounds

Mehr Saiten bedeuten allerdings nicht automatisch mehr Möglichkeiten für jeden Spieler. Der Hals wird breiter, die Saiten liegen oft enger beieinander und die Anschlagtechnik muss sauberer werden. Wer hauptsächlich Lagerfeuerakkorde, Singer-Songwriter-Begleitung oder klassische Stücke spielen möchte, gewinnt durch sieben oder acht Saiten meist wenig.

Welche Gitarre passt zu welchem Einstieg

Für die meisten Anfänger ist eine sechssaitige Gitarre mit gut eingestellter Saitenlage die sinnvollste Entscheidung. Eine Konzertgitarre ist angenehm für klassische Musik und frühes Akkordspiel, während eine Westerngitarre mehr Lautstärke und einen präsenteren Rhythmusklang bietet.

  • Konzertgitarre mit Nylonsaiten: gut für klassische Musik, Fingerstyle und empfindliche Fingerkuppen.
  • Westerngitarre mit Stahlsaiten: passend für Liedbegleitung, Pop, Folk und kräftiges Strumming.
  • E-Gitarre mit sechs Saiten: sinnvoll für Riffs, Soli, Effekte und Bands mit Verstärker.
  • Zwölfsaitige Gitarre: interessant als Ergänzung, aber selten die unkomplizierteste erste Gitarre.
  • Sieben- oder achtsaitige Gitarre: empfehlenswert, wenn tiefe Riffs ein zentraler Bestandteil des eigenen Stils sind.

Aus meiner Sicht wird die Saitenzahl beim Kauf oft überschätzt. Eine schlecht eingestellte sechssaitige Gitarre macht deutlich weniger Freude als ein sauber verarbeitetes Standardmodell mit angenehmer Saitenlage. Gerade am Anfang entscheiden Spielkomfort, Stimmung und Verarbeitungsqualität stärker über den Lernerfolg als ein möglichst großer Tonumfang.

Die Saitenzahl ist nur der Anfang

Wenn eine normale Gitarre gemeint ist, sind sechs Saiten die richtige und wichtigste Antwort. Die zusätzlichen Varianten sind keine besseren oder schlechteren Versionen, sondern Werkzeuge für andere Klangvorstellungen und Spielweisen.

Wer Akkorde lernen, Songs begleiten oder einen vielseitigen Einstieg sucht, fährt mit einer sechssaitigen Gitarre am besten. Erst wenn ein bestimmter Klang, ein tieferer Tonumfang oder der typische Schimmer einer zwölfsaitigen Gitarre gebraucht wird, lohnt sich der Blick auf ein Spezialmodell.

Häufig gestellte Fragen

Eine klassische, akustische oder elektrische Standardgitarre hat sechs Saiten. In der üblichen Stimmung lauten die Töne von der dicksten zur dünnsten Saite E-A-D-G-H-e. Gezählt wird jedoch von der hohen e-Saite als erster bis zur tiefen E-Saite als sechster Saite.

Eine zwölfsaitige Gitarre besitzt sechs Saitenpaare. Bei den vier tiefen Saiten ist die zusätzliche Saite meist oktaviert, während die beiden hohen Paare gleich oder ähnlich gestimmt sind. Dadurch klingt das Instrument voller und brillanter, ist aber aufwendiger zu stimmen und weniger praktisch für schnelle Soli oder komplizierte Bendings.

Sieben- und achtsaitige Gitarren eignen sich vor allem für Metal, moderne Rockmusik und experimentelle Musik. Die zusätzlichen Saiten erweitern den tiefen Tonumfang und ermöglichen tiefe Riffs, ohne die Griffmuster der übrigen sechs Saiten vollständig zu verändern. Der breitere Hals und die engere Saitenlage verlangen jedoch eine präzisere Anschlagtechnik.

Für die meisten Anfänger ist eine gut eingestellte sechssaitige Gitarre die sinnvollste Wahl. Konzertgitarren mit Nylonsaiten passen zu klassischer Musik und Fingerstyle, Westerngitarren mit Stahlsaiten zu Liedbegleitung, Pop und Folk. Eine sechssaitige E-Gitarre eignet sich besonders für Riffs, Soli und das Spielen mit Verstärker.
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Autor Gerold Marquardt
Gerold Marquardt
Mein Name ist Gerold Marquardt und ich bringe über 10 Jahre Erfahrung in den Bereichen Musikinstrumente, Musikpraxis und Audioproduktion mit. Schon früh entdeckte ich meine Begeisterung für Musik und die Vielfalt der Instrumente, die es gibt. Diese Faszination hat mich dazu motiviert, mein Wissen zu vertiefen und andere dabei zu unterstützen, die Welt der Musik besser zu verstehen. In meinen Beiträgen konzentriere ich mich darauf, komplexe Themen verständlich zu erklären und aktuelle Trends in der Musikpraxis aufzugreifen. Dabei ist es mir wichtig, Informationen sorgfältig zu recherchieren und zu vergleichen, um meinen Lesern nützliche und präzise Inhalte zu bieten. Ich strebe danach, die Themen klar zu strukturieren, sodass sowohl Einsteiger als auch erfahrene Musiker davon profitieren können. Mein Ziel ist es, eine Plattform zu schaffen, die nicht nur informiert, sondern auch inspiriert.
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