Gitarrensaiten richtig benennen - E-A-D-G-H-E erklärt

Falk Göbel

Falk Göbel

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11. Oktober 2026

Gitarrenhals mit Markierungen für die Gitarrensaiten Namen: E, A, D, G, H, e.

Wer eine Gitarre stimmen, Saiten wechseln oder Tabulaturen lesen möchte, muss die Namen und die Reihenfolge der sechs Saiten sicher kennen. Die Standardstimmung lautet von der dicksten zur dünnsten Saite E-A-D-G-H-E. Ich zeige außerdem, warum die erste Saite nicht die tiefe E-Saite ist, woher die Verwechslung von H und B kommt und welche Bezeichnungen bei verschiedenen Gitarrentypen üblich sind.

Die wichtigsten Saitennamen auf einen Blick

  • Standardstimmung: E-A-D-G-H-E von tief nach hoch.
  • Saitennummern: Die tiefe E-Saite ist die 6. Saite, die hohe e-Saite die 1. Saite.
  • Deutsche Tonbezeichnung: Das internationale B entspricht im Deutschen meist dem H.
  • Untere Saiten: E-, A- und D-Saite sind meistens umsponnen und dicker.
  • Alternative Stimmungen: Bei Drop D wird die tiefe E-Saite auf D heruntergestimmt.

Gitarrengriffbrett-Diagramm zeigt die Saiten 1-6. Dicke Saite (tiefe oder untere Saite) und dünne Saite (hohe oder obere Saite) sind beschriftet.

So heißen die sechs Gitarrensaiten

Bei einer sechssaitigen Gitarre werden die Saiten in der üblichen Standardstimmung nach ihren Leersaiten-Tönen benannt. Eine leere Saite klingt dann, wenn sie angeschlagen wird, ohne dass die Greifhand einen Bund drückt.

Saite Name Lage Ungefährer Grundton bei A = 440 Hz
6. Saite tiefes E dickste Saite E2, etwa 82,4 Hz
5. Saite A zweite von oben A2, etwa 110 Hz
4. Saite D mittlere Basssaite D3, etwa 146,8 Hz
3. Saite G mittlere Saite G3, etwa 196 Hz
2. Saite H zweite dünnste Saite H3, etwa 246,9 Hz
1. Saite hohes e dünnste Saite e4, etwa 329,6 Hz

Die Schreibweise E-A-d-g-h-e' macht zusätzlich die Oktavlage sichtbar. Großbuchstaben stehen dabei meist für die tieferen Töne, Kleinbuchstaben für die höheren. Im Alltag reicht jedoch fast immer die einfache Folge E-A-D-G-H-E.

Warum die Saitennummerierung viele Anfänger verwirrt

Die Zählung beginnt nicht bei der dicksten Saite. Die dünnste, am höchsten klingende Saite ist die 1. Saite, während die dickste Saite als 6. Saite bezeichnet wird. Genau diese scheinbare Umkehrung sorgt bei den ersten Akkorden und Tabulaturen häufig für Fehler.

Meine praktische Merkhilfe lautet deshalb: Die erste Saite ist das hohe e, die sechste Saite das tiefe E. Wenn in einer Tabulatur eine Zahl auf der obersten Linie steht, ist damit normalerweise die hohe e-Saite gemeint, nicht die tiefste Saite.

Bezeichnung Ton in Standardstimmung Typische Beschreibung
1. Saite e hohe e-Saite
2. Saite H H-Saite
3. Saite G G-Saite
4. Saite D D-Saite
5. Saite A A-Saite
6. Saite E tiefe E-Saite

Der Unterschied zwischen H und B

Im deutschsprachigen Raum heißt der Ton, der in der Standardstimmung auf der zweiten Saite liegt, H. In englischsprachigen Noten, Akkorddiagrammen und Onlinekursen wird derselbe Ton häufig als B bezeichnet.

Das deutsche B steht dagegen für den um einen Halbton erniedrigten Ton H. Dadurch kann ein englisches B in einer Gitarrenanleitung dem deutschen H entsprechen, während ein deutsches B international meist als B-flat oder Bb geschrieben wird.

Deutsche Bezeichnung Internationale Bezeichnung Bedeutung
H B gleicher Ton
B Bb H um einen Halbton tiefer

Diese Besonderheit ist kein reines Gitarrenproblem, sondern gehört zur deutschen Notenschrift. Beim Lernen mit englischen Videos oder Apps prüfe ich deshalb immer, ob B wirklich H oder Bb meint. Bei Akkorden wie B-Dur kann die Schreibweise je nach Herkunft der Anleitung unterschiedlich ausfallen.

Welche Namen bei verschiedenen Gitarren üblich sind

Die Namen E, A, D, G, H und E beschreiben zunächst die Stimmung, nicht das Material der Saite. Eine Konzertgitarre, Westerngitarre und E-Gitarre können dieselben Tonbuchstaben verwenden, obwohl sich Material, Spannung und Klang deutlich unterscheiden.

Konzertgitarre

Bei der klassischen Gitarre bestehen die drei hohen Saiten normalerweise aus Nylon oder einem ähnlichen Kunststoff. Die E-, A- und D-Saiten haben meist einen weichen Kern mit einer Metallumwicklung. Ihre Namen bleiben trotzdem E, A, D, G, H und E.

Westerngitarre

Westerngitarren verwenden Stahlsaiten. Die drei tiefen Saiten sind gewöhnlich umsponnen, während die G-, H- und hohe e-Saite je nach Satz unterschiedlich konstruiert sein können. Eine Westerngitarre darf nicht einfach mit einem beliebigen Nylonsaitensatz bestückt werden, weil Sattel, Steg und Saitenspannung dafür nicht ausgelegt sein müssen.

Lesen Sie auch: E-Gitarre vs. E-Bass - Welches Instrument passt zu dir?

E-Gitarre

Bei der E-Gitarre sind die Saiten ebenfalls aus Stahl oder Stahllegierungen gefertigt. Häufige Saitensätze tragen Angaben wie 09-42 oder 10-46. Die erste Zahl bezeichnet dabei ungefähr die Stärke der hohen e-Saite in Zoll, die letzte Zahl die Stärke der tiefen E-Saite.

Für Einsteiger fühlt sich ein 09-42-Satz meist leichter an, während 10-46 etwas mehr Spannung und oft einen kräftigeren Ton bietet. Entscheidend sind jedoch auch Mensur, Stimmung, Spieltechnik und die Einstellung der Gitarre.

Was alternative Stimmungen mit den Saitennamen machen

Die Bezeichnungen ändern sich, sobald die Gitarre anders gestimmt wird. Bei Drop D wird nur die sechste Saite vom tiefen E auf D heruntergestimmt. Die Folge lautet dann D-A-D-G-H-E, wodurch sich besonders bei Powerchords neue Griffmöglichkeiten ergeben.

Bei einer offenen Stimmung bilden die Leersaiten bereits einen vollständigen Akkord. In Open G lautet die verbreitete Folge beispielsweise D-G-D-G-H-D. Solche Stimmungen sind beliebt bei Slide-Gitarre, Blues und bestimmten Rock-Spielweisen, verlangen aber häufig nach einem passenden Saitensatz oder einer Anpassung der Saitenspannung.

Stimmung Saiten von tief nach hoch Typischer Nutzen
Standard E-A-D-G-H-E Allgemeines Lernen, Akkorde und die meisten Lehrwerke
Drop D D-A-D-G-H-E Powerchords und tiefere Rock-Riffs
Open G D-G-D-G-H-D Blues, Slide und offene Akkorde

Bei einer veränderten Stimmung sollte man nicht nur auf den Namen achten. Wird eine Saite deutlich tiefer gestimmt, sinkt ihre Spannung und sie kann schlaffer wirken. Bei mehreren Halbtonschritten nach unten ist ein Satz mit etwas stärkeren Saiten oft die stabilere Lösung.

So merkst du dir die Reihenfolge dauerhaft

Für die Richtung von der tiefen zur hohen Saite hilft der Merkspruch „Eine alte deutsche Gitarre hält ewig“. Er steht für E-A-D-G-H-E und ist besonders nützlich, wenn man gerade erst Akkorddiagramme und Tabulaturen liest.

Ich empfehle, die Reihenfolge nicht nur auswendig aufzusagen, sondern sie täglich kurz anzuwenden. Benenne beim Stimmen jede Saite laut, suche anschließend auf jeder Saite ein E oder A und prüfe beim Saitenwechsel, ob Nummer und Ton zusammenpassen.

  • Von dick nach dünn: E-A-D-G-H-E.
  • Von dünn nach dick: e-H-G-D-A-E.
  • Die beiden E-Saiten haben denselben Buchstaben, liegen aber zwei Oktaven auseinander.
  • Die Saite mit der kleinsten Nummer ist immer die hohe e-Saite.

Die richtige Bezeichnung hilft beim Kauf und Stimmen

Beim Nachkaufen reicht der Name der Saite allein nicht aus. Ein Satz für eine E-Gitarre mit der Bezeichnung 10-46 passt nicht automatisch zu einer Konzert- oder Westerngitarre. Ich prüfe deshalb zuerst Gitarrentyp, Mensur, Stimmung und Saitenstärke, bevor ich einen Satz auswähle.

Für Standardstimmung sind bei E-Gitarren häufig 09-42, 10-46 oder 10-52 anzutreffen. Bei Westerngitarren liegen verbreitete Sätze oft ungefähr zwischen 011-052 und 012-053. Diese Werte sind keine festen Normen, sondern typische Bereiche mit unterschiedlichen Kompromissen zwischen Spielkomfort, Lautstärke und Durchsetzungsfähigkeit.

Wer die Saitennamen, die Nummerierung und den Unterschied zwischen H und B sicher beherrscht, hat beim Stimmen, beim Lesen von Tabs und beim Saitenkauf deutlich weniger Reibungsverluste. Für den Anfang genügt eine Regel: 6. Saite tiefes E, 1. Saite hohes e. Von dort aus lässt sich die gesamte Reihenfolge zuverlässig ableiten.

Häufig gestellte Fragen

Von der dicksten zur dünnsten Saite lautet die Reihenfolge E-A-D-G-H-E. Die 6. Saite ist das tiefe E, die 1. Saite das hohe e.

Die Saiten werden von der hohen zur tiefen Saite nummeriert. Deshalb ist die dünnste und am höchsten klingende Saite die 1. Saite, während die dickste Saite als 6. Saite bezeichnet wird.

Das deutsche H entspricht dem internationalen B und bezeichnet denselben Ton. Das deutsche B entspricht international meist B-flat oder Bb und liegt einen Halbton unter H.

Bei Drop D wird nur die tiefe E-Saite auf D heruntergestimmt. Die Folge lautet D-A-D-G-H-E. Eine verbreitete Open-G-Stimmung lautet D-G-D-G-H-D und eignet sich unter anderem für Blues und Slide-Gitarre.

Bei Konzertgitarren bestehen die drei hohen Saiten meist aus Nylon oder ähnlichem Kunststoff, während die tiefen Saiten umsponnen sind. Westerngitarren und E-Gitarren verwenden gewöhnlich Stahlsaiten, wobei E-Gitarrensätze oft Angaben wie 09-42 oder 10-46 tragen.
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Autor Falk Göbel
Falk Göbel
Mein Name ist Falk Göbel und ich habe acht Jahre Erfahrung in den Bereichen Musikinstrumente, Musikpraxis und Audioproduktion. Schon früh hat mich die Vielfalt der Klänge und die Magie der Musik fasziniert. Diese Begeisterung treibt mich an, mein Wissen über Instrumente und deren Anwendung zu teilen. Ich schreibe über verschiedene Aspekte der Musikpraxis, von der Auswahl des richtigen Instruments bis hin zu Techniken der Audioproduktion. In meiner Arbeit lege ich großen Wert auf die Genauigkeit und Verständlichkeit der Informationen. Ich recherchiere gründlich, vergleiche verschiedene Quellen und bemühe mich, komplexe Themen einfach und klar zu erklären. Mein Ziel ist es, den Lesern nützliche und aktuelle Inhalte zu bieten, die ihnen helfen, ihre musikalischen Fähigkeiten zu erweitern und ein tieferes Verständnis für die Welt der Musik zu entwickeln.
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