Wer eine Gitarre stimmen, Saiten wechseln oder Tabulaturen lesen möchte, muss die Namen und die Reihenfolge der sechs Saiten sicher kennen. Die Standardstimmung lautet von der dicksten zur dünnsten Saite E-A-D-G-H-E. Ich zeige außerdem, warum die erste Saite nicht die tiefe E-Saite ist, woher die Verwechslung von H und B kommt und welche Bezeichnungen bei verschiedenen Gitarrentypen üblich sind.
Die wichtigsten Saitennamen auf einen Blick
- Standardstimmung: E-A-D-G-H-E von tief nach hoch.
- Saitennummern: Die tiefe E-Saite ist die 6. Saite, die hohe e-Saite die 1. Saite.
- Deutsche Tonbezeichnung: Das internationale B entspricht im Deutschen meist dem H.
- Untere Saiten: E-, A- und D-Saite sind meistens umsponnen und dicker.
- Alternative Stimmungen: Bei Drop D wird die tiefe E-Saite auf D heruntergestimmt.

So heißen die sechs Gitarrensaiten
Bei einer sechssaitigen Gitarre werden die Saiten in der üblichen Standardstimmung nach ihren Leersaiten-Tönen benannt. Eine leere Saite klingt dann, wenn sie angeschlagen wird, ohne dass die Greifhand einen Bund drückt.
| Saite | Name | Lage | Ungefährer Grundton bei A = 440 Hz |
|---|---|---|---|
| 6. Saite | tiefes E | dickste Saite | E2, etwa 82,4 Hz |
| 5. Saite | A | zweite von oben | A2, etwa 110 Hz |
| 4. Saite | D | mittlere Basssaite | D3, etwa 146,8 Hz |
| 3. Saite | G | mittlere Saite | G3, etwa 196 Hz |
| 2. Saite | H | zweite dünnste Saite | H3, etwa 246,9 Hz |
| 1. Saite | hohes e | dünnste Saite | e4, etwa 329,6 Hz |
Die Schreibweise E-A-d-g-h-e' macht zusätzlich die Oktavlage sichtbar. Großbuchstaben stehen dabei meist für die tieferen Töne, Kleinbuchstaben für die höheren. Im Alltag reicht jedoch fast immer die einfache Folge E-A-D-G-H-E.
Warum die Saitennummerierung viele Anfänger verwirrt
Die Zählung beginnt nicht bei der dicksten Saite. Die dünnste, am höchsten klingende Saite ist die 1. Saite, während die dickste Saite als 6. Saite bezeichnet wird. Genau diese scheinbare Umkehrung sorgt bei den ersten Akkorden und Tabulaturen häufig für Fehler.
Meine praktische Merkhilfe lautet deshalb: Die erste Saite ist das hohe e, die sechste Saite das tiefe E. Wenn in einer Tabulatur eine Zahl auf der obersten Linie steht, ist damit normalerweise die hohe e-Saite gemeint, nicht die tiefste Saite.
| Bezeichnung | Ton in Standardstimmung | Typische Beschreibung |
|---|---|---|
| 1. Saite | e | hohe e-Saite |
| 2. Saite | H | H-Saite |
| 3. Saite | G | G-Saite |
| 4. Saite | D | D-Saite |
| 5. Saite | A | A-Saite |
| 6. Saite | E | tiefe E-Saite |
Der Unterschied zwischen H und B
Im deutschsprachigen Raum heißt der Ton, der in der Standardstimmung auf der zweiten Saite liegt, H. In englischsprachigen Noten, Akkorddiagrammen und Onlinekursen wird derselbe Ton häufig als B bezeichnet.
Das deutsche B steht dagegen für den um einen Halbton erniedrigten Ton H. Dadurch kann ein englisches B in einer Gitarrenanleitung dem deutschen H entsprechen, während ein deutsches B international meist als B-flat oder Bb geschrieben wird.
| Deutsche Bezeichnung | Internationale Bezeichnung | Bedeutung |
|---|---|---|
| H | B | gleicher Ton |
| B | Bb | H um einen Halbton tiefer |
Diese Besonderheit ist kein reines Gitarrenproblem, sondern gehört zur deutschen Notenschrift. Beim Lernen mit englischen Videos oder Apps prüfe ich deshalb immer, ob B wirklich H oder Bb meint. Bei Akkorden wie B-Dur kann die Schreibweise je nach Herkunft der Anleitung unterschiedlich ausfallen.
Welche Namen bei verschiedenen Gitarren üblich sind
Die Namen E, A, D, G, H und E beschreiben zunächst die Stimmung, nicht das Material der Saite. Eine Konzertgitarre, Westerngitarre und E-Gitarre können dieselben Tonbuchstaben verwenden, obwohl sich Material, Spannung und Klang deutlich unterscheiden.
Konzertgitarre
Bei der klassischen Gitarre bestehen die drei hohen Saiten normalerweise aus Nylon oder einem ähnlichen Kunststoff. Die E-, A- und D-Saiten haben meist einen weichen Kern mit einer Metallumwicklung. Ihre Namen bleiben trotzdem E, A, D, G, H und E.
Westerngitarre
Westerngitarren verwenden Stahlsaiten. Die drei tiefen Saiten sind gewöhnlich umsponnen, während die G-, H- und hohe e-Saite je nach Satz unterschiedlich konstruiert sein können. Eine Westerngitarre darf nicht einfach mit einem beliebigen Nylonsaitensatz bestückt werden, weil Sattel, Steg und Saitenspannung dafür nicht ausgelegt sein müssen.
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E-Gitarre
Bei der E-Gitarre sind die Saiten ebenfalls aus Stahl oder Stahllegierungen gefertigt. Häufige Saitensätze tragen Angaben wie 09-42 oder 10-46. Die erste Zahl bezeichnet dabei ungefähr die Stärke der hohen e-Saite in Zoll, die letzte Zahl die Stärke der tiefen E-Saite.
Für Einsteiger fühlt sich ein 09-42-Satz meist leichter an, während 10-46 etwas mehr Spannung und oft einen kräftigeren Ton bietet. Entscheidend sind jedoch auch Mensur, Stimmung, Spieltechnik und die Einstellung der Gitarre.
Was alternative Stimmungen mit den Saitennamen machen
Die Bezeichnungen ändern sich, sobald die Gitarre anders gestimmt wird. Bei Drop D wird nur die sechste Saite vom tiefen E auf D heruntergestimmt. Die Folge lautet dann D-A-D-G-H-E, wodurch sich besonders bei Powerchords neue Griffmöglichkeiten ergeben.
Bei einer offenen Stimmung bilden die Leersaiten bereits einen vollständigen Akkord. In Open G lautet die verbreitete Folge beispielsweise D-G-D-G-H-D. Solche Stimmungen sind beliebt bei Slide-Gitarre, Blues und bestimmten Rock-Spielweisen, verlangen aber häufig nach einem passenden Saitensatz oder einer Anpassung der Saitenspannung.
| Stimmung | Saiten von tief nach hoch | Typischer Nutzen |
|---|---|---|
| Standard | E-A-D-G-H-E | Allgemeines Lernen, Akkorde und die meisten Lehrwerke |
| Drop D | D-A-D-G-H-E | Powerchords und tiefere Rock-Riffs |
| Open G | D-G-D-G-H-D | Blues, Slide und offene Akkorde |
Bei einer veränderten Stimmung sollte man nicht nur auf den Namen achten. Wird eine Saite deutlich tiefer gestimmt, sinkt ihre Spannung und sie kann schlaffer wirken. Bei mehreren Halbtonschritten nach unten ist ein Satz mit etwas stärkeren Saiten oft die stabilere Lösung.
So merkst du dir die Reihenfolge dauerhaft
Für die Richtung von der tiefen zur hohen Saite hilft der Merkspruch „Eine alte deutsche Gitarre hält ewig“. Er steht für E-A-D-G-H-E und ist besonders nützlich, wenn man gerade erst Akkorddiagramme und Tabulaturen liest.
Ich empfehle, die Reihenfolge nicht nur auswendig aufzusagen, sondern sie täglich kurz anzuwenden. Benenne beim Stimmen jede Saite laut, suche anschließend auf jeder Saite ein E oder A und prüfe beim Saitenwechsel, ob Nummer und Ton zusammenpassen.
- Von dick nach dünn: E-A-D-G-H-E.
- Von dünn nach dick: e-H-G-D-A-E.
- Die beiden E-Saiten haben denselben Buchstaben, liegen aber zwei Oktaven auseinander.
- Die Saite mit der kleinsten Nummer ist immer die hohe e-Saite.
Die richtige Bezeichnung hilft beim Kauf und Stimmen
Beim Nachkaufen reicht der Name der Saite allein nicht aus. Ein Satz für eine E-Gitarre mit der Bezeichnung 10-46 passt nicht automatisch zu einer Konzert- oder Westerngitarre. Ich prüfe deshalb zuerst Gitarrentyp, Mensur, Stimmung und Saitenstärke, bevor ich einen Satz auswähle.
Für Standardstimmung sind bei E-Gitarren häufig 09-42, 10-46 oder 10-52 anzutreffen. Bei Westerngitarren liegen verbreitete Sätze oft ungefähr zwischen 011-052 und 012-053. Diese Werte sind keine festen Normen, sondern typische Bereiche mit unterschiedlichen Kompromissen zwischen Spielkomfort, Lautstärke und Durchsetzungsfähigkeit.
Wer die Saitennamen, die Nummerierung und den Unterschied zwischen H und B sicher beherrscht, hat beim Stimmen, beim Lesen von Tabs und beim Saitenkauf deutlich weniger Reibungsverluste. Für den Anfang genügt eine Regel: 6. Saite tiefes E, 1. Saite hohes e. Von dort aus lässt sich die gesamte Reihenfolge zuverlässig ableiten.