Bose Ultra Open Earbuds im Test - taugen sie fürs Studio?

Falk Göbel

Falk Göbel

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7. Oktober 2026

Bose Ultra Open Earbuds im Test: Ein Blick auf das Design und die App-Steuerung.

Wer Musik hören möchte, ohne von der Umgebung abgeschnitten zu sein, landet schnell bei den Bose Ultra Open Earbuds. Der folgende Test bewertet Klang, Tragekomfort, Akkulaufzeit und Bedienung und zeigt besonders, ob das offene Konzept auch für Studioarbeit und Musikproduktion taugt.

Die Bose Ultra Open Earbuds überzeugen vor allem als komfortable Alltagsbegleiter

  • Offenes Design: Umgebungsgeräusche bleiben vollständig hörbar.
  • Klang: Warm und angenehm, aber mit begrenztem Tiefbass.
  • Komfort: Sehr leicht und auch mit Brille bequem tragbar.
  • Akku: Offiziell bis zu 7 Stunden, im Praxistest teils rund 9 Stunden.
  • Studioeinsatz: Für Monitoring und Mixing nur eingeschränkt geeignet.

Frau mit geflochtenen Haaren testet die Bose Ultra Open Earbuds. Sie lächelt und trägt einen Jeansjacke.

Was das offene Konzept im Alltag wirklich bringt

Die Bose Ultra Open Earbuds sitzen nicht im Gehörgang, sondern werden wie eine kleine Manschette an der Ohrmuschel befestigt. Ein flexibler Bügel verbindet den Lautsprecher mit dem Akku-Zylinder hinter dem Ohr. Dadurch bleibt der Gehörgang frei und ich kann Gespräche, Verkehr oder Signale im Proberaum weiterhin wahrnehmen.

Das ist der große Vorteil gegenüber klassischen In-Ears. Beim Radfahren, Spazierengehen, Arbeiten im Büro oder beim Produzieren neben anderen Personen muss ich die Kopfhörer nicht ständig abnehmen. Eine aktive Geräuschunterdrückung gibt es allerdings nicht. In Bahn, Flugzeug oder lauter Werkstatt setzt sich die Musik deshalb nur schwer gegen die Umgebung durch.

Sicherer Sitz mit ungewöhnlicher Form

Die Konstruktion wirkt zunächst auffällig, sitzt bei passender Position aber erstaunlich stabil. Besonders angenehm finde ich, dass kein Druck im Ohrkanal entsteht. Auch mit Brille funktionieren die Earbuds meist gut, wobei die individuelle Form der Ohrmuschel eine Rolle spielt.

Für intensive Sportarten sind sie nicht automatisch die beste Wahl. Bei schnellen Bewegungen können sie leicht wackeln, während Modelle mit Ohrbügel oder Nackenband oft noch sicherer sitzen. Die Schutzklasse IPX4 schützt vor Schweiß und leichtem Regen, nicht aber vor Staub oder dem vollständigen Eintauchen in Wasser.

Der Klang ist für offene Earbuds stark, ersetzt aber keinen Studiokopfhörer

Im Vergleich zu vielen anderen Open-Ear-Modellen liefern die Bose einen erstaunlich erwachsenen Klang. Stimmen und akustische Instrumente wirken angenehm präsent, die Höhen bleiben überwiegend sauber und das gesamte Klangbild spielt eher warm und ausgewogen als aggressiv.

Die offene Bauweise setzt dem Bass jedoch klare Grenzen. Der Grundton ist vorhanden, aber tiefer Subbass fehlt deutlich. Das fällt bei elektronischer Musik, Hip-Hop, großen Kicks und tief gestimmten Gitarren schneller auf als bei Podcasts, Pop oder Singer-Songwriter-Aufnahmen. Je nach Sitz und Ohrform kann der Bass außerdem hörbar schwanken.

Die Bose-App bietet einen einfachen Drei-Band-Equalizer. Damit lässt sich der Klang etwas anpassen, aber kein fehlendes Bassfundament herbeizaubern. Der Immersive-Audio-Modus erzeugt mit Head-Tracking einen räumlicheren Eindruck. Für Filme und atmosphärische Musik ist das interessant, bei kritischem Musikhören verfälscht es die Beurteilung jedoch eher.

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Warum die Mitten für Produzenten entscheidend sind

In unabhängigen Praxistests wurden gelegentlich leicht unsaubere Mitten und etwas nasale Stimmen beschrieben. Diese Schwäche ist für den Alltag nicht dramatisch, im Studio aber relevant. Gerade im Bereich zwischen etwa 500 Hz und 2 kHz entscheidet sich, ob Gesang, Snare, Gitarren und wichtige Synthesizer klar voneinander getrennt wirken.

Ich würde die Ultra Open Earbuds deshalb zum Gegenhören, für Arrangement-Arbeiten und beim Schneiden von Sprachaufnahmen einsetzen. Für Mixing, Mastering oder die Beurteilung von Kick und Subbass sind sie keine verlässliche Hauptabhöre. Bluetooth bringt zusätzlich eine variable Latenz mit. Beim Einspielen von MIDI oder beim Aufnehmen von Gesang kann dadurch ein spürbarer zeitlicher Versatz entstehen.

Einsatz Eignung Meine Einschätzung
Podcasts und Videos Sehr gut Klare Sprachwiedergabe und kein Druck im Ohr
Musikhören im Büro Sehr gut Umgebung bleibt hörbar, Klang ist angenehm
Arrangement und Schnitt Gut Praktisch für lange Sessions und Sprachmaterial
Aufnahme-Monitoring Schwach Bluetooth-Latenz und offener Klang stören
Mixing und Mastering Nicht empfohlen Zu wenig Tiefbass und keine akustische Isolation

Komfort, Bedienung und Verbindung im Praxiseinsatz

Der Tragekomfort ist die größte Stärke des Modells. Mit rund 6 bis 7 Gramm pro Earbud sind die Hörer leicht genug für lange Arbeitstage. Weil kein Silikonstöpsel den Gehörgang verschließt, entsteht auch nach mehreren Stunden weniger Wärmegefühl als bei vielen In-Ears.

Die Bedienung erfolgt über kleine physische Tasten. Das ist beim Sport praktisch, weil ein Druck zuverlässiger funktioniert als eine Touch-Fläche. Gleichzeitig liegen mehrere Funktionen auf denselben Tasten. Lautstärke, Wiedergabe, Anrufe und der Wechsel zwischen Modi benötigen etwas Eingewöhnung.

Über die Bose-App lassen sich Klang, Shortcuts und Immersive Audio konfigurieren. Ein Firmware-Update hat außerdem Bluetooth-Multipoint ergänzt. Damit können zwei Geräte gleichzeitig verbunden sein, etwa ein Smartphone und ein Laptop. Das ist für Musiker hilfreich, die zwischen DAW, Telefon und Referenzmusik wechseln.

Die Bluetooth-Reichweite fällt in der Praxis stark aus. Dicke Wände sind zwar kein Grund für völlige Aussetzer, dennoch sollte man bei professioneller Audioarbeit nicht allein auf die Funkverbindung vertrauen. Für kritische Sessions bleiben kabelgebundene Kopfhörer die planbarere Lösung.

Akku, Telefonie und tägliche Belastbarkeit

Bose nennt eine Laufzeit von bis zu 7 Stunden. Je nach Lautstärke und aktiviertem Immersive Audio kann sie niedriger ausfallen. In verschiedenen Praxismessungen liefen die Earbuds unter günstigen Bedingungen ungefähr 9 Stunden, was für einen Arbeitstag meist ausreicht.

Eine Schnellladung von etwa 10 Minuten soll rund 2 Stunden zusätzliche Wiedergabe ermöglichen. Das Ladeetui wird per USB-C geladen und bleibt angenehm kompakt. Kabelloses Laden gehört nicht zu den wichtigsten Ausstattungsmerkmalen dieses Modells, was angesichts des hohen Preises ein kleiner Nachteil ist.

Für Telefonate in ruhiger Umgebung reicht das integrierte Mikrofon aus. Bei Wind, Verkehr oder starkem Raumhall sinkt die Sprachqualität jedoch deutlich. Wer regelmäßig draußen telefoniert oder Online-Meetings mit hoher Sprachverständlichkeit führt, sollte ein separates Mikrofon oder ein Headset mit besserer Geräuschunterdrückung einplanen.

Preis und Alternativen im deutschen Markt

Der offizielle Preis liegt bei 349,95 Euro. Im deutschen Handel waren die Earbuds zuletzt häufig deutlich günstiger für etwa 180 bis 250 Euro erhältlich. In diesem Bereich wird das Angebot interessanter, denn zum vollen Listenpreis bezahlt man vor allem das besondere Design und den hohen Komfort.

Option Stärke Schwäche
Bose Ultra Open Earbuds Komfort, Klang für Open-Ear, Multipoint Teuer, wenig Tiefbass, mäßiges Mikrofon
Geschlossene Studio-Kopfhörer Isolation, kräftiger Bass, präzises Monitoring Wärmer, weniger Umgebungsbewusstsein
Offene Studio-Kopfhörer Räumlichkeit und natürliche Mitten Schall tritt aus, nicht für unterwegs
Günstige Open-Ear-Modelle Niedriger Preis und oft längere Akkulaufzeit Klang und Verarbeitung meist weniger konstant

Wer ausschließlich beim Joggen oder Pendeln die Umgebung hören möchte, findet inzwischen preiswertere Alternativen. Die Bose lohnen sich vor allem dann, wenn langes, druckfreies Tragen wichtiger ist als maximaler Bass oder absolute Klangneutralität.

Mein Urteil für Musiker und anspruchsvolle Hörer

Die Bose Ultra Open Earbuds sind keine Studioabhöre, sondern hochwertige offene Alltagskopfhörer mit ungewöhnlich gutem Komfort. Für Podcasts, Referenzmusik, Büroarbeit und kreative Sessions ohne akustische Isolation funktionieren sie überzeugend. Ihre Grenzen liegen bei Tiefbass, Sprachqualität in lauter Umgebung und Bluetooth-Latenz.

Ich würde sie Musikern empfehlen, die beim Arbeiten ansprechenden Klang hören und gleichzeitig ihre Umgebung wahrnehmen möchten. Für Aufnahme, Mixing und Mastering bleibt ein kabelgebundener Studio-Kopfhörer die bessere Wahl. Kaufen würde ich die Bose vor allem bei einem Straßenpreis um 200 Euro, nicht zum unveränderten Listenpreis.

Häufig gestellte Fragen

Nein. Für Mixing und Mastering fehlen zuverlässiger Tiefbass und akustische Isolation. Als Hauptabhöre sind kabelgebundene Studio-Kopfhörer die bessere Wahl.

Sie eignen sich gut für Arrangement-Arbeiten, das Schneiden von Sprachaufnahmen und das Gegenhören. Für Aufnahme-Monitoring stören dagegen die offene Wiedergabe und die variable Bluetooth-Latenz.

Bose nennt bis zu 7 Stunden Laufzeit. Unter günstigen Bedingungen wurden im Praxistest etwa 9 Stunden erreicht. Eine Schnellladung von rund 10 Minuten soll ungefähr 2 zusätzliche Stunden liefern.

Die etwa 6 bis 7 Gramm leichten Earbuds sitzen bei passender Position meist stabil und bleiben auch mit Brille bequem. Bei schnellen Sportarten können sie jedoch leichter wackeln als Modelle mit Ohrbügel oder Nackenband.
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Falk Göbel
Mein Name ist Falk Göbel und ich habe acht Jahre Erfahrung in den Bereichen Musikinstrumente, Musikpraxis und Audioproduktion. Schon früh hat mich die Vielfalt der Klänge und die Magie der Musik fasziniert. Diese Begeisterung treibt mich an, mein Wissen über Instrumente und deren Anwendung zu teilen. Ich schreibe über verschiedene Aspekte der Musikpraxis, von der Auswahl des richtigen Instruments bis hin zu Techniken der Audioproduktion. In meiner Arbeit lege ich großen Wert auf die Genauigkeit und Verständlichkeit der Informationen. Ich recherchiere gründlich, vergleiche verschiedene Quellen und bemühe mich, komplexe Themen einfach und klar zu erklären. Mein Ziel ist es, den Lesern nützliche und aktuelle Inhalte zu bieten, die ihnen helfen, ihre musikalischen Fähigkeiten zu erweitern und ein tieferes Verständnis für die Welt der Musik zu entwickeln.
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